Monatsarchiv für Juni, 2014

Erbschleicherlügen

Besonders auffällig ist, dass in Erbschleicherprozessen die Dreistigkeit der Lügen der Erbschleicher fast unendlich ist. Viele Erben wollen die Prozesse nicht führen, weil sie den Sachverhalt, wie er dargestellt ist, fast selbst glauben. Es fällt uns, besonders als Praktiker, die jahrelang die Erbschleicherprozesse geführt haben, auf, dass das Lügengebilde, welches Erbschleicher aufbauen, oft unglaublich ist. Die Erbschleicher haben anscheinend manchmal, in Anbetracht der großen Geldsummen, sämtliche Hemmungen verloren und bringen ein Lügengebilde zum Vorschein, das ach Außen sehr glaubhaft wirkt und auch oftmals die potentiellen Erben verstört und sie von Erbschleicherprozessen abhält. Wir können immer wieder darauf hinweisen, dass Sie auf jeden Fall derartige Prozesse führen sollten. Im Vorfeld ist hier die Möglichkeit gegeben, durch ein relativ günstiges Rechtsgutachten schon die Prozessaussichten erkennen zu können. Wichtig ist im Bereich der Erbschleicherei immer, dass so viele Zeugenaussagen wie möglich gesammelt werden. Die oftmals unwichtigsten Zeugen sind in Erbschleicherverfahren dann oft ganz entscheidende Tippgeber für den Richter, um den Prozess im Sinne des potentiellen und richtigen Erben entscheiden zu lassen.

Rechtsanwalt Prof. Dr. Volker Thieler, München

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Erbschleichernetz

Die Erbschleicher spannen meistens ein geheimes Netz um die Person, die vererben will. Die meisten Erben merken überhaupt nicht, mit welcher perfiden Unverfrorenheit die Erbschleicher vorgehen. Meist haben sie, nachdem die Erbschleicherei erfolgreich war, das Vermögen, so dass sie auch die finanziellen Vorteile auf ihrer Seite haben. Dem steht der betrogene Erbe gegenüber, der den Prozess selbst führen muss. Es gibt allerdings auch Prozessfinanzierungsfirmen oder andere Möglichkeiten der Finanzierung der Prozesse, die wir nicht darlegen möchten. Die Erben sollten sich aber nicht scheuen, massiv, insbesondere auch strafrechtlich, gegen die Erbschleicher vorzugehen. Erbschleicher sind hoch kriminelle Menschen. Aus diesem Grund solle man notfalls auch strafrechtliche Gutachten, die relativ günstig vermittelt werden können, erstellen lassen.

Rechtsanwalt Prof. Dr. Volker Thieler, München

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Betreuer - Herausgabeanspruch gegen Dritte wegen Unterlagen und Briefe

Allein aus der Tatsache, dass der Betreuer die Vermögenssorge hat, ist er nicht automatisch bevollmächtigt, auch allgemeine Unterlagen oder sonstige Briefe von Dritten zu verlangen. Hierzu gab es eine Entscheidung vom Amtsgericht Halberstadt vom 04.06.2008, Az. 6 C 601/ 07.
Nach Auffassung des erkennenden Gerichtsbetrifft der Anspruch auf Auskunft zu „Unterlagen der Klägerin und sonstigen Briefen“ keinen der dem Betreuer obliegenden Aufgabenkreise. Im weitesten Sine könnte es sich dem Anspruch auf Auskunft bezüglich der Briefe und spätere Herausgabe derselben noch um Postangelegenheiten handeln. Diesen Aufgabenkreis hat der Betreuer vorliegend aber nicht inne. Da der Auskunftsanspruch in Bezug auf „sonstige Unterlagen“ keinen vollstreckungsfähigen Inhalt aufweist, kann das Gericht auch nicht prüfen, ob der Anspruch gegebenenfalls von der Vermögenssorge gedeckt ist. Demzufolge ist die Klage unzulässig. Es braucht daher nicht entschieden zu werden, inwieweit der Auskunftsanspruch aus Auftragsverhältnis, Verwahrungsvertrag oder Eigentümer-Besitzer-Verhältnis gegeben ist.

Rechtsanwalt Prof. Dr. Volker Thieler, München

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