Artikel unter 'Albanien'

I. Gesetzliche Erbfolge (Albanien)

Die gesetzlichen Erben sind die Kinder und der Ehegatte des Nachlassers zu gleichen Teilen. Nichteheliche und adoptierte Kinder sind dabei den ehelichen Kindern gleichzustellen. Der Ehegatte ist der gesetzlich angetraute Partner zum Zeitpunkt des Todes. Die Kinder des Erben übernehmen die Position des Erben bei seinem Tod.
Die gesetzlichen Erben zweiter Ordnung sind der Ehegatte, soweit neben ihm keine gesetzlichen Erben der ersten Ordnung existieren, sowie die Eltern des Erblassers und die vom Erblasser unterhaltenen arbeitsunfähigen Mitbewohner.

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II. Testamentsformen (Albanien)

1.) Eigenhändiges Testament
Der Testierende muss das eigenhändige Testament vollständig handschriftlich abfassen. Das Testament muss mit dem Datum seiner Erstellung und am Ende des Textes handschriftlich unterschrieben sein.

2.) Notarielles oder öffentlich-schriftliches Testament
Der Notar hat das Testament nach den Vorstellungen des Erblassers anzufertigen. Eine vorgefertigte Version des Testaments, die dann beim Notar unterschrieben wird reicht nicht aus. Diese Art der Testamentsform ist besonders für Analphabeten oder solche Personen relevant, die aufgrund körperlicher Behinderungen nicht schreiben können.

3.) Vermächtnis
Beim Vermächtnis verpflichtet der Erblasser seine Erben einer bestimmten Person einen genau bestimmten Teil aus dem Vermögen zu geben.

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III. Pflichteilsansprüche (Albanien)

Auch das albanische Erbrecht kennt Pflichtteilsansprüche. Diese stehen vor allem den minderjährigen Kindern, sowie den arbeitsunfähigen Erben der zweiten und dritten Ordnung zu. Übergeht der Erblasser diesen besonders geschützten Personenkreis, ist das Testament insoweit in Teilen unwirksam. Die Unwirksamkeit ergibt sich jedoch nicht automatisch, sondern erfolgt durch Anfechtung. Bei diesen Pflichtteilsansprüchen handelt es sich also um ein echtes Erbrecht, welches im Wege der Erbschaftsklage geltend zu machen ist.

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IV. Testamentsvollstreckung (Albanien)

Grundsätzlich kann jede geschäftsfähige Person zum Testamentsvollstrecker ernannt werden. Die Person muss nicht notwendig Erbe sein. Dabei kann das Amt des Testamentsvollstreckers jedoch nicht übertragen werden. Soweit kein Testamentsvollstrecker ernannt worden ist, muss die Testamentsvollstreckung von allen Erben durchgeführt werden.

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V. Kollisionsrecht (Albanien)

Das internationale albanische Erbrecht knüpft allein an die Staatsangehörigkeit des Erblassers an. Folglich ist das Erbrecht des Herkunftslandes des Erblassers auf den Erbfall anzuwenden. Für unbewegliche Sachen (Immobilien) auf albanischem Staatsgebiet gilt jedoch das albanische Erbrecht.

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VI.Besonderheiten (Albanien)

Für die Erben entfallen keine Steuern für das Erbe.

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