Artikel unter 'Argentinien'

I. Gesetzliche Erbfolge (Argentinien)

Die Kinder des Erblassers erben zu gleichen Teilen. Soweit noch ein Ehegatte lebt, müssen sich die Kinder das Erbe mit dem Ehegatten teilen. Dabei erben die Kinder die Errungenschaften, da der überlebende Ehegatte meist die ihm zustehende Hälfte schon erhalten hat. Die Kinder des Erben übernehmen in dessen Todesfall die Position des Erben. Adoptierte und uneheliche Kinder sind ehelichen Kindern gleichzusetzen.
Soweit der Erblasser keine Abkömmlinge hat, erben die Vorfahren die hälfte des Eigengutes und die Hälfte aus den Errungenschaften der Gütergemeinschaft. Fehlen sowohl Nach- als auch Vorfahren beerben sich die Ehegatten gegenseitig.

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II. Testamentsformen (Argentinien)

Im argentinischen Erbrecht gibt es keine Testamente, die von mehreren geschlossen werden. Gemeinschaftliche Testamente und auch Erbverträge sind somit im argentinischen Erbrecht ausgeschlossen.

1. Handschriftliches Testament
Das handschriftliche Testament muss komplett vom Erblasser geschrieben worden sein. Es muss mit Datum und Unterschrift versehen sein. Die Wahl der Sprache ist dabei irrelevant.

2. Das Testament in öffentlicher Urkunde
Das öffentliche Testament muss in Gegenwart von drei Zeugen und einem Notar errichtet und vorgelesen werden. Dabei dürfen weder die Zeugen, noch der Notar, sowie Verwandte bis zum vierten Grad der Zeugen oder des Notars im Testament bedacht werden.

3. Das geheime Testament
Beim geheimen Testament muss unterschrieben werden und dann vor 5 Zeugen in einem verschlossenen Umschlag einem Notar übergeben werden.

Ein Testament ist jederzeit wieder widerrufbar.

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III. Pflichteilsansprüche (Argentinien)

Alle gesetzlichen Erben mit Ausnahme der Seitenverwandten haben einen Pflichtteilsanspruch. Den Vorfahren steht jedoch nur ein Pflichtteilsanspruch zu, wenn der Verstorbene keine Abkömmlinge hat. Der jeweilige Anteil wird aus der gesetzlichen Erbfolge berechnet.
Die Vorbehaltsquote der Nachkömmlinge beträgt vier Fünftel des Nachlasses. Allerdings ist der Anteil des überlebenden Ehegatten an der Vorbehaltsquote zu beachten.

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IV. Nachlassverfahren (Argentinien)

Eindeutige Regelungen zum Nachlassverfahren sind im argentinischen Erbrecht nicht vorhanden.

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V. Kollisionsrecht (Argentinien)

Nach argentinischen Kollisionsnormen bestimmt sich das auf den Erbfall anzuwendende Erbrecht nach dem letzten Wohnrecht des Erblassers. Im Ausland lebenden argentinischen Staatsbürgern steht es offen, ihr Testament nach den Vorschriften des Staates zu errichten, indem sie ihren Wohnsitz haben. Auch eine Rückkehr nach Argentinien steht der Wirksamkeit des im Ausland errichteten Testaments nicht entgegen.
Soweit eine Aufteilung des Nachlasses zwischen ausländischen oder argentinischen und ausländischen Erben mit Wohnsitz in Argentinien vorliegt, erhalten die letzteren einen Anteil des Vermögens innerhalb der Republik, der dem Wert des ausländischen Vermögens entspricht, welches ihnen verwehrt wurde.
Die Zuständigkeit der argentinischen Gerichte ist dann gegeben, wenn der letzte Wohnsitz des verstorbenen in Argentinien war.

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VI. Besonderheiten (Argentinien)

Die Erbschaft wird nicht besteuert.

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