I. Gesetzliche Erbfolge (Mauretanien)

Artikel gespeichert unter: Mauretanien


Die gesetzliche Erbfolge orientiert sich auch in Mauretanien stark am islamischen Recht. Wie in vielen islamisch geprägten Rechtsordnungen wird auch dort zwischen zwei Gruppen von Erben unterschieden: den koranischen und den agnatischen Erben.

- Koranische Erben
Koranische Erben sind solche, denen im Koran ein bestimmter Bruchteil des Nachlasses zugewiesen wird. Zu den koranischen Erben gehören unter Anderem die überlebenden Ehegatten und bestimmte Blutsverwandte. Dem Erblasser näherstehende Blutsverwandte (im verwandschaftlichen Sinn) können andere Blutsverwandte von der Erbfolge ausschließen. Zu den koranischen Erben gehören neben dem überlebenden Ehegatten die Tochter und die Tochter des Sohnes. Alternativ können die Mutter, die Großmutter väterlicherseits und mütterlicherseits sowie der Großvater väterlicherseits koranische Erben sein. Des Weiteren kommen unter Umständen die vollblütige oder die halbblütige Schwester, sowie der Halbbruder mütterlicherseits als koranische Erben in Betracht.

- Agnatische Erben

Grundsätzlich gelten die nächsten Verwandten der männlichen Linie als agnatische Erben. Die agnatischen Erben erben neben den koranischen Erben. Bei Fehlen koranischer Erben fällt ihnen der gesamte Nachlass zu.

Haben Sie Fragen? E-Mail an das Forschungsinstitut

« II. Testamentsformen (Mauretanien)     Kann der Miterbe über seinen Anteil verfügen solange die Erbengemeinschaft noch besteht? »

Themen

Links

Feeds