Wohnungen im Erbfall

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Beim Tod einer Person gelten im österreichischen Recht besondere Regelungen für Eigentumswohnungen oder bestehende Wohnungsmietverträge.

Eigentumswohnung
Nach österreichischem Recht ist die Zahl der Erwerber einer Eigentumswohnung beschränkt. Es können nur eine juristische Person oder eine Personengesellschaft oder maximal zwei natürliche Personen Eigentümer einer Wohnung sein. Fällt eine Eigentumswohnung in den Nachlass, muss die Erbteilung zwingend im Verlassenschaftsverfahren erfolgen. Wird hier keine Einigung erzielt (z.B. durch eine ungeteilte Übertragung an einen oder hälftigen Eigentumserwerb durch zwei Miterben), muss die Wohnung versteigert werden. Waren zwei natürliche Personen Eigentümer einer Wohnung und verstirbt hiervon eine, wird geht dessen Anteil  grundsätzlich auf den Überlebenden über. Dafür hat dieser einen Übernahmepreis zu entrichten, der für gewöhnlich die Hälfte des Verkehrswertes der Wohnung beträgt. Der Betrag kann sich aber reduzieren, wenn der überlebende Eigentümer die Wohnung zu Wohnzwecken selbst nutzt und er pflichtteilsberechtigt ist, so z.B. bei Ehepartnern. Der überlebende Partner der Eigentümerpartnerschaft kann aber auch auf den Anteil des Verstorbenen verzichten oder mit den Erben bzw. Pflichtteilsberechtigten eine anderweitige Vereinbarung treffen.

Mietwohnung
Miet- und Pachtrechte sind grundsätzlich frei vererblich. Bestimmte nahe Angehörige eines verstorbenen Mieters sind aber zu einem Eintritt in den Mietvertrag berechtigt. Dieses Recht besteht unter anderem für einen überlebenden Ehepartner, Kinder (auch Adoptivkinder) und Geschwister, die mit dem Verstorbenen in einem Haushalt gelebt haben und ein dringendes Wohnbedürfnis haben. Auch ein Lebensgefährte oder gleichgeschlechtlicher Lebenspartner kann grundsätzlich ein Eintrittsrecht besitzen, allerdings ist hier Voraussetzung, dass die Mietwohnung bereits von beiden Partnern gemeinsam bezogen wurde oder die Partnerschaft seit mindestens drei Jahren in den Räumlichkeiten gelebt wurde.

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